Mein Wahlkreis

Der Landkreis Leipzig

Der Bundestags-Wahlkreis 154 liegt im Nordwesten des Freistaates Sachsen. Seit 1.  August 2008 ist er identisch mit dem neuen Landkreis Leipzig. Hier leben in der Nähe der Messestadt rund 260 000 Menschen.

Mein Wahlkreis ist Teil der mitteldeutschen Wirtschaftsregion Leipzig-Halle, die in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten einen unvergleichlichen Wandel erfahren hat. Besonders betroffen ist die Region vor den südlichen Toren Leipzigs.

In den früheren Flussauen der Weißen Elster und der Pleiße prägten über viele Jahrzehnte der Braunkohlebergbau, die Energiegewinnung sowie die chemische Industrie das gesamte Leben. Nach der Wende entwickelte sich hier die größte Landschaftsbaustelle Europas: Nicht weniger als 13 Seen entstehen hier aus den ehemaligen Tagebaurestlöchern.

Das ist ein Ergebnis, das durch eines der umfangreichsten Förderprogramme für die neuen Bundesländer möglich ist: das Braunkohlesanierungsprogramm des Bundes und der Länder. Gemeinden, die einst durch den Kohleabbau und durch den Dreck der Kohleverarbeitung todgesagt waren, erlebten eine unvergleichliche Wiedergeburt, so z.B. das Dorf Mölbis. Eine Wiedergeburt erlebte auch der Ort Dreiskau-Muckern bei Espenhain. Er ist mit einem Durchschnittsalter seiner Einwohner von rund 30 Jahren eines der jüngsten Dörfer Sachsens.

Die traditionellen Wirtschaftsbereiche Braunkohlebergbau, Chemie und Energie haben in dem zurückliegenden Jahrzehnt eine bemerkenswerte Renaissance erfahren. Der Abbau des wichtigen heimischen Energieträgers Braunkohle blieb erhalten. Er wurde auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Gleiches trifft auf die Energie- und Chemieproduktion zu: in Lippendorf entstand eines der modernsten Braunkohlekraftwerke der Welt. Die chemische Industrie hat am Standort Böhlen ein völlig neues Domizil erhalten. Die Welt hat in diesen Bereichen auf ihre Weise Einzug gehalten – beispielsweise durch das Engagement amerikanischer, britischer und schwedischer Investoren und Unternehmen. Der Aufbau modernster Betriebe in den traditionellen Branchen Kohle, Energie und Chemie hat seinen Preis: die Zahl der Arbeitsplätze sank seit 1990 dramatisch. Schon seit Jahren liegt die Arbeitslosigkeit im Wahlkreis im Durchschnitt zwischen 15 und 20 Prozent.

Ähnliche Prozesse der Neustrukturierung liefen in den letzten Jahren im Gebiet des bisherigen Muldentalkreises ab: Hier im östlichen Teil des Wahlkreises prägte im 20.Jahrhundert vor allem der Maschinen- und Anlagenbau das Wirtschaftsgeschehen. Die Landwirtschaft, der Abbau von Kies und Gesteinen, die Nahrungsmittel- sowie Baustoffproduktion und ein vielfältiges Handwerk boten gleichfalls zahlreiche Arbeitsplätze. Die gravierenden Veränderungen in der Sowjetunion führten nach 1990 zum Einbruch beim Maschinen- und Anlagenbau und insbesondere im früheren Chemieanlagenbau-Kombinat in Grimma. Auf dem Gelände des früheren Kombinates entstand im Lauf der Jahre ein Gewerbezentrum, das über tausend Menschen Arbeit bietet. Sport- und Freizeiteinrichtungen komplettieren dieses Zentrum, das weit über die Grenzen des Wahlkreises bekannt ist und Besucher anlockt.

Heute ist das Muldental eine Region der Gesundheit. Binnen weniger Jahre entstanden hier im Zentrum des Bundestagswahlkreises insgesamt fünf allgemeine und zum Teil hoch spezialisierte Rehabilitationskliniken, so auch in Bad Lausick. In diesem traditionsreichen Kurort wurde in den neunziger Jahren das erste Freizeit-Bad der neuen Generation in Sachsen gebaut. Dort sprudelt auch eine neue Quelle mit Heilwasser aus 1300 Metern Tiefe.

Mit der Sektmarke „Rotkäppchen“ vergleichbar sind die Dauerbackwaren aus Wurzen. Sie haben sich erfolgreich am gesamtdeutschen Verbrauchermarkt platzieren können. Ein traditioneller Wirtschaftszweig ist hier an der Mulde nach umfassender Modernisierung zukunftsfähig gemacht worden.

Für neue wirtschaftliche Ansiedelungen ist der Landkreis Leipzig gut gerüstet. Motivierte und gut ausgebildete Fachkräfte sind ebenso wie eine mittlerweile hervorragend entwickelte Infrastruktur Marketing-Trümpfe der Region.  Die zahlreichen vorhandenen Gewerbegebiete bieten viel Platz für wirtschaftliche Neuansiedelungen.

Der bisherige Muldentalkreis ist eine familienfreundliche Region. Im Ranking aller deutschen Landkreise in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nimmt dieser Landkreis Platz 23 ein. Die Nutzung von Bundes- und Landesprogrammen beispielsweise zur Förderung der frühkindlichen Bildung sowie zur Begleitung von jungen Eltern trägt mit zu einer familienfreundlichen Atmosphäre in den Städten und Gemeinden bei. Immer mehr Unternehmen leisten dazu ihren eigenen Beitrag zum Beispiel mit der Gestaltung familienfreundlicher Arbeitsplätze und Arbeitszeiten.




Daten und Fakten aus dem Sonderheft 2008 „Neue Landkreise in Sachsen“, herausgegeben vom Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen:
 
 
Das Gebiet
 
Mein Bundestagswahlkreis - bis zur 17.Wahlperiode Nummer 155 und ab 18. Wahlperiode Nummer 154 Leipzig Land - ist seit der letzten Kreisgebietsreform ab 1. August 2008 identisch mit dem neuen Landkreis Leipzig.
 
Der Landkreis Leipzig hat eine Fläche von 1 646,8 Quadratkilometer. Das sind neun Prozent der Landesfläche von Sachsen.
 
Die Bevölkerungsdichte liegt bei 168 Einwohnern je Quadratkilometer.
 
Es ist ein Kreis mit einem sehr geringen Anteil an Waldfläche: Sie nimmt weniger als ein Achtel der Gesamtfläche des Landkreises ein. Der sächsische Landesdurchschnitt beträgt knapp 27 Prozent.
 
Zum Jahresende 2006 bestand der neue Landkreis aus 43 Gemeinden. Keine Gemeinde hat unter 1000 Einwohner.
 
Flächenmäßig am kleinsten ist die Gemeinde Deutzen mit sieben Quadratkilometern. 
 
Die Stadt Grimma hingegen ist seit 1. Januar 2011 mit 188 Quadratkilometern die viertgrößte Stadt in Sachsen. Mit über 28.000 Einwohnern ist Grimma im Landkreis Leipzig die einwohnerstärkste Kommune. Die Stadt Markkleeberg steht nunmehr mit rund 24.000 Einwohnern auf Platz 2 im Landkreis - gefolgt von der Kreisstadt Borna mit rund 22.100 Einwohnern.
 
Der von der Bevölkerungszahl kleinste Ort des Wahlkreises ist Elstertrebnitz mit rund 1.500 Einwohnern.
 
 
Die Bevölkerung
 
Die Einwohnerzahl im Landkreis Leipzig verringerte sich seit dem Jahr 1995 auf 257.647. Im gesamten Freistaat Sachsen sank die Einwohnerzahl immerhin um sieben Prozent von 4.566 603 auf 4.249 774 Einwohner.
 
Während die Zahl der unter 15-Jährigen um rund 34 Prozent zurückgegangen ist, stieg die Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und mehr um 35 Prozent. Als Ursachen werden die höhere Lebenserwartung und das Geburtendefizit sowie Wanderungsverluste genannt.
 
Das Durchschnittsalter hat sich seit 1995 um 4,1 Jahre auf 44,8 Jahre gesteigert. Frauen sind mit 46,6 Jahren im Schnitt 3,7 Jahre älter als Männer.
 
Im Jahr 2006 sind ein Drittel mehr Lebendgeborene auf die Welt gekommen als noch im Jahre 1995. Die Zahl der Gestorbenen verringerte sich im selben Zeitraum um 15 Prozent. Trotzdem sind im Jahre 2006 mehr Menschen gestorben als geboren. 
 
Mittlerweile hat der Landkreis Leipzig mehr Fort- als Zuzüge zu verzeichnen. Im Jahre 1995 war das noch umgekehrt.
 
 
Bevölkerungsprognose
 
Im Landkreis Leipzig kann man bis zum Jahre 2020 mit einer annähernd sachsentypischen Entwicklung rechnen. Mit 8 Prozent wird er unter dem sächsischen Durchschnitt liegen (8,8 Prozent).