Aufsätze

Familien als der zentrale Ort für gesunde Ernährung
 
Ernährung ist für jeden einzelnen Menschen eine Existenzfrage und eine persönliche Angelegenheit, die er mit seinem eigenen Verstand erfassen und bewältigen muss. 
 
Die Familie in ihrer Vielfalt und mit ihren Traditionen und Gepflogenheiten ist der zentrale Ort für gesunde Ernährung. Hier muss sie in erster Linie erlernt und praktiziert werden. Eltern und Großeltern vermitteln noch vor der Schulbildung ihren Kindern und Enkelkindern das Thema gesunde Ernährung mit ihrem persönlichen Wissen und mit ihrem Vorbild. 
 
Allerdings muss klar sein, dass gesunde Ernährung und eine bewusste Lebensführung eine generationenübergreifende und in jedem Lebensalter wichtige Lern-Aufgabe darstellt. Politik, Staat und Gesellschaft unterstützen das Lebenszentrum Familie u.a. mit guter schulischer und beruflicher Bildung. Bildungsangebote für Eltern, insbesondere für werdende Mütter, sind ebenso entscheidende Hilfen für die Familien. 
 
Eine hochwertige und altersgerechte Schulverpflegung sowie eine fundierte schulische Ernährungsbildung sind dabei eine wichtige öffentliche Unterstützung der gesunden Ernährung. Das ist insofern wichtig, weil immer mehr Kinder und Jugendliche über etliche Jahre hinweg eine lange Tageszeit in ihrer Schule verbringen. Mit einer guten Ernährungsbildung tragen wir auch zu einer höheren Wertschätzung von Lebensmitteln bei. 
 
Noch stärker als bisher muss der Zusammenhang zwischen ungesunder Ernährung und ernährungsbedingten Krankheiten in der Öffentlichkeit platziert werden. Die Krankheitskosten sind ein Problem und ein Thema für die gesamte Solidargemeinschaft. Deshalb sehen wir dringenden Handlungsbedarf, die gesundheitliche Aufklärung mit dem Themenkreis gesunde Ernährung stärker zu verbinden. Außerdem sollte die seit 2008 laufende IN-FORM-Kampagne für gesunde Ernährung und mehr Bewegung durch eine permanente Finanzierung verstetigt werden. Das nun beschlossene Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention ist dafür eine gute Basis.

(18.06.2015)


Landgraf-Standpunkt: Mütterrente ist nun Tatsache - Gerechtigkeitslücke geschlossen
 
Endlich ist eine Gerechtigkeitslücke geschlossen. Die unterschiedliche Behandlung der Müttergenerationen vor und nach 1992 ist mit dem heutigen Tag vom Tisch. Einen früheren Webfehler des Gesetzgebers haben wir ausgebessert. Mehr nicht. Dass dies nun nicht mit Steuergeldern geschieht, sondern aus dem Beitragstopf, passt mir persönlich auch nicht. Und das  war vor Jahr und Tag auch nicht so geplant. Aber die Mütterrente an einer solchen Frage scheitern zu lassen, das wäre gewiss keine Lösung gewesen. 
 
Offen gestanden: Ich kann die Aufregung vor allem junger Bundestagskollegen aus Sachsen nicht verstehen und auch nicht akzeptieren. Wollen sie etwa Ungerechtigkeit in diesem Punkte zementieren? In einer guten Familie ist es doch so, dass die Jungen  etwas davon zurückgeben, was sie von ihrer Geburt an von ihren Eltern und Großeltern in Liebe und Verantwortung erhalten haben. 
 
Außerdem: Viele Ältere greifen heute in ihre zumeist auch schmale Rentenbörse und helfen ihren Kindern und Enkeln, den Alltag materiell zu meistern. Darüber führt wohl niemand eine Statistik. Über Selbstverständlichkeiten in einer gut aufgestellten Familie diskutiert man eben nicht.  
 
Es geht nicht darum, wer mehr Lasten tragen muss, sondern um die Solidarität und um den Zusammenhalt der  Generationen. Das war bislang ein entscheidender Grundpfeiler unseres Rentensystems. Das funktionierte in der Bundesrepublik Deutschland mehr als ein halbes Jahrhundert. Der demografische Wandel bringt jedoch diese Statik ins Wanken. Das ist doch die Frage der Zukunft, die vor allem von den jungen Politikergenerationen beantwortet werden sollte: Wie gestalten wir ein nachhaltiges Rentensystem bei einer drastisch schwindenden Zahl an Rentenversicherungspflichtigen? Hier vermisse ich von den Kritikern mutige und kreative Visionen. Wie sagt man da? Was noch nicht ist, kann ja noch werden. In diesem Sinne wünsche ich allen ein gutes europäisches Wahl-Wochenende.
 
(23. Mai 2014)