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„Schüler begegnen Manny Drukier“
25.10.2017: Katharina Landgraf nahm an der Veranstaltung „Schüler begegnen Manny Drukier“ teil. Das Zeitzeugengespräch im Stadtkulturhaus Borna wurde organisiert von der Geschichtswerkstatt Flößberg und dem Förderverein Gedenkstätte Flößberg. Erschütternd war die Berichterstattung des 89-jährigen Holocaust-Überlebenden Moniek (heute Manny) Druckier über seine Jugendzeit in nationalsozialistischer Verfolgung, in Gefangenschaft und Zwangsarbeit, zuletzt als Häftling im Außenlager Flößberg des KZ Buchenwald (Flößberg, OT von Frohburg). Schüler stellten interessante Fragen an den heute in Toronto lebenden polnischen Juden. Mit seiner Familie, seiner Frau Freda, den vier Kindern Gordon, Laurie, Wendy und Cindy, den Enkeln Leah und Brett sowie einem kanadischen Filmteam reist Manny Drukier in diesen Tagen durch Deutschland und Polen, seine frühere Heimat. Im Jahr 1928in Łódź geboren, verbrachte er dort seine Kindheit. Nach dem deutschen Überfall auf Polen konnte der Junge keine Schule mehr besuchen. Die Familie überlebte zunächst unter armseligsten Bedingungen in Kielce und Staszów, und musste von November 1942 an unter KZ-ähnlichen Bedingungen in der Rüstungsproduktion der Hugo-Schneider-Aktiengesellschaft (Hasag) in Leipzig Sklavenarbeit verrichten. Anfang 1945 wurden Moniek und sein Vater Gavriel ins KZ-Buchenwald deportiert, zuletzt ins Außenlager Flößberg bei Leipzig. Moniek war 16 Jahre alt, als er gemeinsam mit Izidor Wierzbinski völlig entkräftet aus dem Todeszug nach Mauthausen sprang, während sein Vater darin umkam.