Reden

Rede Katharina Landgraf zum Antrag der Fraktion DIE LINKE „Für eine moderne und zukunftsweisende Familienpolitik“
Rede Katharina Landgraf zum Antrag der Fraktion DIE LINKE: 
 
„Für eine moderne und zukunftsweisende Familienpolitik“ 
 
Plenardebatte vom 27.Oktober 2011 (Stenografisches Protokoll): 
 
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Titel des Antrags der Linken lautet: „Für eine moderne und zukunftsweisende Familienpolitik“. Gratulation, liebe Kolleginnen und Kollegen der Linksfraktion, zu dieser Formulierung! Sie ist außerordentlich treffsicher und geschickt. Als Familienpolitikerin der Union bleibt mir da keine andere Wahl, als hier zuzustimmen.
 
(Beifall des Abg. Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]) 
 
Denn für eine moderne zukunftsweisende Familienpolitik bin ich auch. Wer will schon eine unmoderne und rückwärtsgewandte Familienpolitik?
 
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Die CSU! Frau Bär!) 
 
Dem Titel stimme ich also zu. Aber das war es dann auch schon.
 
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU) 
 
Was Sie da so aufgeschrieben haben, können Sie eigentlich mit gutem Gewissen nur auf einem Parteitag der Linken einbringen. Das haben Sie ja gerade in Erfurt auch irgendwie so gemacht.
 
(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Kommen Sie doch mal vorbei!) 
 
– Ich glaube, das ist keine gute Idee. – Im Deutschen Bundestag haben wir für solche Träumereien und Vergesellschaftungsorgien keinen Platz.
 
(Beifall bei der CDU/CSU) 
 
Wir sind keine Propagandisten. Aber Ihr Antrag gibt mir wenigstens die Chance, hier über unsere Familienpolitik zu sprechen. Wir machen Politik für die reale Welt und die reale Gesellschaft.
 
(Beifall bei der CDU/CSU – Christel Humme [SPD]: Da sind wir jetzt aber gespannt, Frau Landgraf!) 
 
Für uns ist die Familie der Grundpfeiler der Gesellschaft. Studien verweisen immer wieder darauf, dass die Mehrheit unserer Bürger großen Wert auf die eigene Familie legt. Kinder wachsen hier am besten auf. Jung und Alt helfen sich. Das ist der Idealfall. Unsere Aufgabe in der Politik beschreibt das Grundgesetz in Art. 6; das ist nach wie vor aktuell. Kollegin Bär hat schon darauf hingewiesen. Genau genommen ignoriert Ihr Antrag die schwarz-gelbe Koalition und deren Politik. Das ist sicherlich auch Ihre Absicht. Nehmen Sie doch endlich wahr, was wir als Union tatsächlich erreicht haben! Wir machen schon lange eine moderne und zukunftsweisende Familienpolitik.
 
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU) 
 
Hier noch eine persönliche Empfehlung: Gehen Sie doch einmal auf die Internetseite des Familienministeriums. Dort finden Sie alle Informationen. Dort können Sie auch die druckfrische Broschüre Familie zuerst! bestellen. Die finde ich gar nicht so schlecht, Frau Golze.
 
(Heiterkeit und Beifall bei der CDU/CSU – Thomas Jarzombek [CDU/CSU]: Das ist ein hohes Lob!) 
 
– Das ist in der Tat ein hohes Lob. – Diese Broschüre ist eine knackige Dokumentation realer und moderner Familienpolitik der Bundesregierung. Dieses Heft legen Sie sich bitte einmal unter das Kopfkissen. Vielleicht lassen Sie dann ab von Ihren unrealistischen Familienträumen.
 
(Beifall bei der CDU/CSU – Stefan Schwartze [SPD]: Wenn, dann würde ich es lesen! Aber darauf schlafen?)
 
Die Politik der Union setzt den Rahmen und gibt Orientierung für das Leben der Familien und der familienähnlichen Verbünde. Darüber, wie die unterstützenden Angebote von Gesellschaft und Wirtschaft angenommen werden, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger selbst in Freiheit und Verantwortung.
 
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP) 
 
Wir ermöglichen Wahlfreiheit
 
(Christel Humme [SPD]: Stimmt nicht! Falsch!) 
 
zwischen verschiedenen Lebensentwürfen und Familienmodellen, Frau Lazar. Unser Ziel ist es, Eltern zu stärken, Kinder zu stärken, dafür Rahmen zu schaffen und Netzwerke zu initiieren und zu stärken.
 
(Zuruf von der LINKEN: Warme Worte!) 
 
Da sind wir schon lange auf einem guten Weg.
 
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP) 
 
Wenn Ihnen, verehrte Kolleginnen und Kollegen aus der Linksfraktion, das Thema moderne Familienpolitik so sehr am Herzen liegt, wie Sie behaupten, warum haben Sie dann dem neuen Kinderschutzgesetz nicht zugestimmt? Sich nur kraftvoll zu enthalten, ist zu wenig.
 
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP) 
 
Ich komme zum Schluss. Wie ich Sie kenne, werden Sie Ihren Antrag, den wir ablehnen, in die Schublade legen und irgendwann wieder herausholen.
 
(Diana Golze [DIE LINKE]: Heute geht es noch nicht um die Abstimmung! Lassen Sie uns erst einmal darüber reden, bevor Sie ihn ablehnen!) 
 
In der Zwischenzeit sollten Sie ganz nebenbei Ihre Trauminsel suchen. Dort können Sie all Ihre unrealistischen Visionen propagieren und versuchen, andere Träumer zu begeistern, aber bitte nicht hier in Deutschland.
 
(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)