Kalenderblatt

1916: Beginn der Anbringung der Inschrift „DEM DEUTSCHEN VOLKE“ an der Front des Reichstagsgebäudes

Mehr als 20 Jahre nach der Fertigstellung des Reichstagsgebäudes erhält der Architrav die vom Architekten Paul Wallot vorgesehene Widmung. Zur Herstellung der Lettern wurde die Bronze von zwei in den Befreiungskriegen gegen Frankreich erbeuteten Kanonen in die Form der von Peter Behrens und Anna Simons eigens entworfenen Typografie gegossen.

1990: Erster gesamtdeutscher Bundestag tritt zusammen

Im Reichstagsgebäude konstituiert sich der erste gesamtdeutsch gewählte Bundestag.

Wissenschaftliche Dienste WD 1 - 3010 - 017/17 Seite 51

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1919: Deutsche Nationalversammlung in Berlin verabschiedet Reichsnotopfergesetz

Das Gesetz regelt eine einmalige, außerordentliche Abgabe auf Vermögen zur Begleichung von Reichsschulden, die infolge des Ersten Weltkrieges entstanden sind.

1998: Neuer Bundesadler im Plenarsaal enthüllt

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse enthüllt im Reichstagsgebäude einen beidseitig neu gestalteten Adler. Die Vorderseite stellt eine vergrößerte Kopie des von Ludwig Gies entworfenen Adlers aus dem Plenarsaal in Bonn dar. Die Rückseite ist eine Neugestaltung des Reichstagsarchitekten Sir Norman Foster. 

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1980: Urteil des Reichstagsbrandprozesses wird aufgehoben

Nach einem Wiederaufnahmeantrag hebt das West-Berliner Landgericht den Schuldspruch gegen Marinus van der Lubbe auf, der 1933 als Urheber des Reichstagsbrandes zum Tode verurteilt und 1934 hingerichtet worden war. Dieser Beschluss wird vom Kammergericht kurz darauf wieder negiert. Zur endgültigen Annullierung des Schuldspruchs kommt es erst 1998 durch das NS-Unrechtsurteileaufhebungsgesetz. Die Frage, wer im Reichstagsgebäude 1933 Feuer gelegt hat, bleibt weiterhin ungeklärt.

1999: Deutscher Bundestag beschließt Gesetz zur „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas“

Zweck der Stiftung ist die Erinnerung an den nationalsozialistischen Völkermord an den Juden Europas. Zudem soll die Stiftung dazu beitragen, die Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus und ihre Würdigung sicherzustellen. Im Zentrum stehen Unterhalt und Betrieb des Denkmals in Berlin. 

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1956: Deutscher Bundestag verabschiedet Gesetz über Beitritt des Saarlandes

Nachdem der Landtag des Saarlandes dessen Beitritt zum Geltungsbereich des Grundgesetzes erklärt hatte, erlässt der Bundestag nun ein Gesetz zur Aufnahme des Saarlandes als zehntes Bundesland. Anfang 1957 ziehen zehn saarländische Abgeordnete in den Bundestag ein.

2001: Deutscher Bundestag verabschiedet Terrorismusbekämpfungsgesetz

Als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September wird das Terrorismusbekämpfungsgesetz als Teil eines umfangreichen Anti-Terror-Pakets erlassen.

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1954: Deutscher Bundestag lehnt Behörden-Anrede „Frau“ statt „Fräulein“ ab

Der Rechtsausschuss des Bundestages spricht sich dagegen aus, auch für unverheiratete Frauen die Anrede „Frau“ im amtlichen Sprachgebrauch zuzulassen. Damit bleibt es vorerst – bis Januar 1972 – bei der Bezeichnung „Fräulein“ in der behördlichen Terminologie.

1972: Erstmals wird eine Frau Bundestagspräsidentin

Im Rahmen der konstituierenden Sitzung des neuen Bundestages wird mit Annemarie Renger erstmals eine Frau zur Bundestagspräsidentin gewählt. 

Wissenschaftliche Dienste WD 1 - 3010 - 017/17 Seite 50

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1974: Deutscher Bundestag verabschiedet Hochschulrahmengesetz

Das neue Gesetz soll einheitliche Strukturen für die Hochschulen in den verschiedenen Bundesländern schaffen. Unter anderem enthält es Regelstudienzeiten und eine Neuordnung des Hochschulzugangs.

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1997: Deutscher Bundestag benennt seine Häuser nach Abgeordneten

Der Ältestenrat des Bundestages beschließt für die im Bau befindlichen Bürokomplexe im Berliner Parlamentsviertel neue Bezeichnungen: für die Dorotheenblöcke „Jakob-Kaiser-Haus“, für den Alsenblock „Paul-Löbe-Haus“ und für den Luisenblock „Marie-Elisabeth-Lüders-Haus“.

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1953: Deutscher Bundestag führt „Zwischenfrage“ ein

Damit wird den Parlamentariern die Möglichkeit eingeräumt, nach Zustimmung des Redners eine kurze Sachfrage an diesen zu richten. Ziel der Einführung ist es, die Plenardebatten lebhafter zu gestalten.

2003: Eröffnung des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses

Nach fünfjähriger Bauzeit findet die Schlüsselübergabe für das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus statt. Es beherbergt die Wissenschaftlichen Dienste sowie die Bibliothek.

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1870: Norddeutscher Reichstag ratifiziert „Novemberverträge“

Mit diesen Verträgen treten die Königreiche Bayern und Württemberg und die Großherzogtümer Baden und Hessen dem Norddeutschen Bund bei. Darüber hinaus beschließt der Reichstag die Einführung der Bezeichnungen „Deutsches Reich“ und „Deutscher Kaiser“.

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1932: Schlägerei im Reichstag

In der Wandelhalle des Deutschen Reichstags in Berlin kommt es zwischen Abgeordneten der NSDAP, der KPD und der SPD zu einer Schlägerei, bei der mehrere Personen schwer verletzt werden.

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