Kalenderblatt

1919: Weimarer Nationalversammlung beschließt das Gesetz über die Bildung einer vorläufigen Reichswehr

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges muss die Zahl der Soldaten laut Versailler Vertrag von 800.000 auf 100.000 Mann reduziert werden. Das Gesetz ermöglicht die schrittweise Verkleinerung und Neuformierung der Armee, jedoch schließen sich viele entlassene Frontsoldaten paramilitärischen Organisationen an.
 
1933: Reichstagsbrand

In der Nacht vom 27. zum 28. Februar 1933 stehen Teile des Reichstagsgebäudes in Flammen. Der Brandanschlag, dessen Urheberschaft bis heute umstritten ist, liefert dem NS-Regime den Vorwand, bereits am Folgetag mit der „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“, der sogenannten Reichstagsbrandverordnung, die verfassungsmäßigen Grund-rechte aufzuheben und die Verfolgung der Opposition zu legalisieren.
 
1955: Deutscher Bundestag ratifiziert Pariser Verträge

Durch die Verträge erlangt die Bundesrepublik Deutschland nahezu vollständige Souveränität, da sie das Besatzungsstatut aufhebt. Sie tritt den Militärallianzen WEU (Westeuropäische Union) und NATO bei. 

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1992: Einweihung der Gedenkstätte für ermordete Reichstagsabgeordnete

In drei großformatigen, repräsentativ gestalteten Gedenkbüchern wird im Reichstagsgebäude an die Lebensschicksale der zwischen 1933 und 1945 verfolgten und ermordeten Mitglieder des Reichstages erinnert. Zu der Gedenkstätte gehört zudem eine monumentale Fotowand von Katharina Sieverding.
 
1954: Deutscher Bundestag beschließt erste Wehrergänzung zum Grundgesetz

Als Folge der beschlossenen Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland stimmt der Bundestag für verschiedene Grundgesetzänderungen. Darunter fällt die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz des Bundes für Verteidigungsangelegenheiten und Fragen des zivilen Bevölkerungsschutzes.

1969: Richard Nixon spricht vor dem Bundestag

Als erster ausländischer Redner im Plenum des Deutschen Bundestages betont der US-Präsident fast 20 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik den Beitrag für Frieden und Freiheit, den die Allianz zwischen Deutschland und den USA geleistet habe.

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1994: Deutscher Bundestag stimmt für Kunstprojekt „Verhüllter Reichstag“

Nach langen kontroversen Diskussionen spricht sich das Parlament mit 292 Ja- und 223 Nein-Stimmen für das Vorhaben des Künstlerehepaars Christo und Jeanne-Claude aus. Diese hatten jahrelang um Unterstützung der Abgeordneten geworben. 

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1793: Erstmals Wahlen nach demokratischen Grundsätzen auf deutschem Boden

Im Zuge der französischen Revolution finden Wahlen zum Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent statt. Es ist das Parlament der Mainzer Republik, die bis zur Eroberung durch die Preußen im Juli 1793 existierte.
 
1867: Konstituierender Reichstag des Norddeutschen Bundes beginnt Beratungen

Das Gremium verabschiedet schließlich im April eine Verfassung, die 1871 grundlegend für die Verfassung des Deutschen Reiches wurde.

1997: Symbolischer Spatenstich am Jakob-Kaiser-Haus

Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth nimmt den ersten Spatenstich für das Jakob-Kaiser-Haus vor.
 
1999: Test der Tonanlage im umgebauten Plenarsaal des neuen Reichstagsgebäudes

Um die Akustik im vollbesetzten Plenum zu simulieren, übernehmen 1.100 Bundeswehrsoldaten die Plätze von Abgeordneten und Besuchern. 

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1967: Deutscher Bundestag ermöglicht erstes Investitionsprogramm

Mit 2,5 Milliarden Mark sollen zusätzliche Investitionen im Straßen- und Wohnungsbau sowie bei Bahn und Post ermöglicht werden.

1972: Beginn der Debatte über die Ostverträge

Insgesamt 22 Stunden, verteilt auf drei Tage, debattieren die Abgeordneten über die Ostverträge, die mit der Sowjetunion und mit Polen geschlossen wurden. Während die Regierung Brandt (SPD) den „Wandel durch Annäherung“ befürwortet, wirft ihr die Opposition vor, einen Weg zu gehen, „der mit Illusionen gepflastert“ sei. 

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2008: Deutscher Bundestag verschärft Waffenrecht

Der Bundestag spricht sich mit großer Mehrheit dafür aus, unter anderem das Tragen gefährlicher Messer und realistisch aussehender Spielzeugwaffen unter Strafe zu stellen und die Kennzeichnungspflicht erlaubnispflichtiger Schusswaffen zu verschärfen. 

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1957: Deutscher Bundestag stimmt Gründung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu

Die Stiftung erhält die Aufgabe, nach der Auflösung des preußischen Staates dessen Sammlungen und Kulturgüter als gesamtdeutsches Erbe zu erhalten. Sie wird vom Bund und den Ländern gemeinschaftlich finanziert. 

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1974: Deutscher Bundestag beschließt Verzicht auf Atomwaffen

Die Abgeordneten billigen mehrheitlich den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (Atomwaffensperrvertrag) und damit den Verzicht der Bundesrepublik auf den Erwerb von Atomwaffen.
 
1990: 9. Volkskammer verabschiedet Wahlgesetz für die ersten freien Wahlen in der DDR

Mit dem Wahlgesetz können die Bürger der DDR erstmals frei ein Parlament wählen. Zudem legt das Wahlgesetz fest, dass im Parlament künftig nur noch 400 statt 500 Abgeordnete sitzen werden, die in freien, allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlen ermittelt werden. 

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1913: Reichstag bewilligt die vollständige Aufhebung des Jesuitengesetzes

Seit 1872 war es dem Jesuitenorden untersagt gewesen, sich auf dem Gebiet des Deutschen Reiches niederzulassen. Durch die Aufhebung des Gesetzes wird die Rückkehr der Jesuiten möglich.

1959: Wahl des ersten Wehrbeauftragten

Die Abgeordneten wählen den ehemaligen Generalleutnant Helmut von Grolman zum ersten „Anwalt der Soldaten“ im Parlament.
 
1969: „Langer Eugen“ ist bezugsfertig

Das Hochhaus beherbergt die Abgeordnetenbüros während der Zeit des Deutschen Bundestages in Bonn. Sein Name geht zurück auf Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier.
 
1976: Bundestag stimmt deutsch-polnischem Sozialversicherungsabkommen zu

Es ermöglicht unter anderem in Deutschland lebenden Polen und in Polen lebenden Deutschen eine angemessene Altersvorsorge.
 
1993: Jury-Entscheidung zur Gestaltung des Parlaments- und Regierungsviertels

Die Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank gewinnen den ersten Preis für ihr städtebauliches Konzept zur Gestaltung des Parlaments- und Regierungsviertels. Die Jury verleiht zudem den Konzepten von Norman Foster, Santiago Calatrava und Pi de Bruijn zur Umgestaltung des Reichstags-gebäudes den ersten Preis.
 
2002: Richtfest am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Es beherbergt die Bibliothek des Deutschen Bundestages und rund 600 Büros. Namensgeberin ist die frühere FDP-Abgeordnete Marie-Elisabeth Lüders.

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2005: Deutscher Bundestag beschließt Erhöhung des Einberufungshöchstalters für Reservisten

Der Bundestag setzt das Einberufungshöchstalter für Reservisten im Span-nungsfall von 45 auf 60 Jahre herauf. 

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