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18.10.2018, 11:59 Uhr
 
Welternährungstag – Lebensmittelverschwendung reduzieren und Strukturen in der afrikanische Landwirtschaft optimieren
Am 16. Oktober ist Welternährungstag bzw. Welthungertag – ein Tag, der uns jährlich an den Hunger in der Welt erinnern und mahnen soll. Die Ursachen dafür sind vielfältig und sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene zu finden. Als Berichterstatterin für Ernährung beschäftigen mich momentan vor allem die Lebensmittelverschwendung deutscher Verbraucher sowie die rückständigen Strukturen in der afrikanischen Landwirtschaft.

Viele Verbraucher verschwenden Lebensmittel – die Gesellschaft für Konsumforschung hat herausgefunden, dass jeder von uns im Jahr mindestens 55kg Lebensmittel wegwirft. Das geschieht sicherlich zum Teil, weil man nicht immer alle Lebensmittel aufbraucht, die man gekauft hat. Es passiert aber auch, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum missverstanden wird und als dessen Folge noch genießbare Lebensmittel entsorgt werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt anders als das Verfalls- oder Verbrauchsdatum an, wie lange das Lebensmittel mindestens genießbar ist. Es ist aber in der Regel auch nach dessen Ablauf noch verzehrbar. Anders als bei Lebensmitteln mit einem Verfalls- oder Verbrauchsdatum, welches sich vor allem auf frischen und leicht verderblichen Lebensmitteln wie rohes Fleisch und frischer Fisch findet. Hier sollte das Lebensmittel nach Ablauf des Verfallsdatums in der Tat nicht mehr verbraucht werden.

Die Rückstände in der afrikanischen Landwirtschaft - ein Großteil der Bauern bestellt das Land immer noch per Hand - sind ein weiterer wesentlicher Grund für den Hunger in der Welt. Als innovatives Industrieland kann Deutschland mit der Entwicklung leichter, wartungsarmer Traktoren zur Optimierung von Produktionsprozessen und damit zur Verbesserung der Lebenssituation beitragen. Neben einer optimierten Produktion ist der Bereich des Güterabsatzes entscheidend, um den Bauern vor Ort über die Eigenversorgung hinausgehende Wertschöpfung zu ermöglichen. Genossenschaftlich organisierte Kleinbauern-Kooperativen bieten sowohl beim Einkauf, wie auch bei der Vermarktung zahlreiche Vorteile und wären eine sinnvolle Ergänzung neben technischen Innovationen.

[18.10.2018]