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07.06.2019, 15:14 Uhr
 
Mehr Stadtnatur – mehr grüne Lebensräume

Am 6. Juni 2019 hat das Bundeskabinett das Maßnahmepaket „Masterplan Stadt“ beschlossen.

Mehr als drei Viertel der deutschen Bevölkerung lebt in Städten. Urbanes Grün und das Erleben der Natur im eigenen Wohnumfeld sind damit wichtiger denn je, um die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Stadtbewohner sollen mehr Grün zur Naherholung vor ihrer Haustür finden und Deutschlands Tier-, Insekten- und Pflanzenarten müssen auch in Städten gedeihen können.

Öffentliche Grünflächen liegen in der Verantwortung der Kommunen. Mit dem Masterplan von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und mit insgesamt 26 Maßnahmen will die Bundesregierung die Kommunen dabei unterstützen, die Arten- und Biotopvielfalt in den Städten zu erhöhen. So sollen natürliche, grüne Lebensräume geschaffen werden, die nicht nur Pflanzen und Insekten nützen, sondern den Stadtbewohnern grüne Oasen der Erholung bieten.

Es soll z.B. auch einen bundesweiten Wettbewerb für Insektenschutz in den Kommunen und mehr Ökologieschulungen und Informationsmaterial für Klein-, Haus- und Gemeinschaftsgärten geben. Des Weiteren soll die Arten- und Biotopvielfalt in den Städten weiter erforscht und kartiert werden.

Das Programm umfasst:

- rechtliche Anpassungen

- Verbesserung der Förderung von Stadtnatur

- innovative Formate der Öffentlichkeitsarbeit

- Erprobung neuer Ansätze und die Entwicklung von Arbeitshilfen

Katharina Landgraf: “Ein Akteur vor Ort in Sachen „Stadtgrün“ ist für mich als Spezialist für vertikale Begrünung die Helix Pflanzensysteme GmbH (Tochterfirma von Helix) aus der Leipziger Region, die grüne Sofortlösungen für den urbanen Raum anbietet. Sie forscht auch mit bei Connecting Nature, einem Forschungsprogramm der Europäischen Union.“

In diesem Projekt arbeiten 29 Partner aus 16 europäischen Ländern mit VertreterInnen aus Kommunen, der Industrie, Nichtregierungsorganisationen und der Wissenschaft zusammen: Wie lässt sich die Lebensqualität in urbanen Zentren erhöhen, Feinstaub reduzieren und Hitzeinseln in den Innenstädten vermeiden? Wie begegnet man den Herausforderungen des sich wandelnden Klimas, das unter anderem Starkregen und extreme Sonneneinstrahlung mit sich bringt? Wie lässt sich eine Lärmschutzwand in ein Neubaugebiet integrieren, die einerseits effektiv Schall dämmt und andererseits hohen, ökologischen Ansprüchen gerecht wird? Mithilfe von CONNECTING Nature werden in 11 europäischen Städten groß angelegte Modellprojekte umgesetzt, die sich naturbasierter Lösungen bedienen. 

Stadtnatur können unterschiedliche Freiflächen und bauliche Elemente sein, vielfältig und naturnah gestaltete Bereiche in privaten Gärten, öffentliche Grünanlagen, Klein- und Gemeinschaftsgärten, Grünflächen auf Friedhöfen, an Straßen und Wegen sowie Sport- und Spielplätze, aber auch Nistplätze und Quartiere für Vögel und Fledermäuse an Gebäuden. Gemeinsam mit Stadtwäldern, Brachen mit Spontanvegetation, Strukturelementen wie Hecken und Säumen an Agrarflächen sowie Gewässern mit deren Auen bilden sie ein Gerüst für die Vernetzung in der Stadt sowie mit der umgebenden Landschaft. Stadtnatur reicht vom Einzelbaum, über den insektenfreundlichen Garten bis hin zum renaturierten Bachlauf oder dem naturnahen Stadtwald.

[07.06.2019]