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28.10.2019, 13:08 Uhr
 
Qualität und Qualifizierung im Handwerk – Wiedereinführung der Meisterpflicht!

In der letzten Sitzungswoche des Deutschen Bundestages,  am 25.10., wurde in erster Lesung zur Wiedereinführung der Meisterpflicht diskutiert. Ab Januar 2020 soll es sie in zwölf Handwerksberufen wieder geben! Die Große Koalition hatte am 9. September 2019 eine entsprechende Novellierung der Handwerksordnung beschlossen.

"Wir müssen heute Voraussetzungen für ein leistungsfähiges Handwerk in unserem Land schaffen", sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in der Diskussion. Der Gesetzesentwurf wurde fraktionsübergreifend befürwortet und anschließend an die Ausschüsse verwiesen. Nach einer zweiten und dritten Lesung m Bundestag soll der Bundesrat das Gesetz am 20. Dezember beschließen.


Im Kern des Gesetzentwurfs geht es um die Wiedereinführung der Zulassungspflicht für zwölf derzeit zulassungsfreie Handwerke:

 1.  Fliesen-, Platten- und Mosaikleger,

 2.  Betonstein- und Terrazzohersteller,

 3.  Estrichleger,

 4.  Behälter- und Apparatebauer,

 5.  Parkettleger,

 6.  Rollladen- und Sonnenschutztechniker,

 7.  Drechsler und Holzspielzeugmacher,

 8.  Böttcher,

 9.  Raumausstatter,

10. Glasveredler,

11. Orgel- und Harmoniumbauer,

12. Schilder- und Lichtreklamehersteller.

Entscheidendes Kriterium für die Einführung der Meisterpflicht ist, ob es sich um gefahrgeneigte Handwerke handelt, deren unsachgemäße Ausübung eine Gefahr für Leben und Gesundheit bedeutet. Außerdem werden solche Handwerke berücksichtigt, die besonders relevant im Umgang mit Kulturgütern sind oder deren Techniken ganz oder teilweise als immaterielles Kulturerbe anzusehen sind und deshalb ein Transfer von besonderem Wissen und Können notwendig ist. Nach fünf Jahren soll eine Evaluierung der Neuregelung erfolgen.

Vorausgegangen waren dem Gesetzentwurf umfassende Beratungen in der zu diesem Zwecke eingerichteten Koalitionsarbeitsgruppe „Meisterpflicht“. Die Arbeitsgruppe wurde entsprechend der Vereinbarung im Koalitionsvertrag eingerichtet, wonach die Koalition die Wiedereinführung der Meisterpflicht für einzelne Handwerke im Einklang mit deutschem und europäischem Recht prüfen und umsetzen will.

Die Koalitionsarbeitsgruppe und das federführend zuständige Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) haben einen intensiven Austausch mit den betroffenen Handwerksverbänden, Gewerkschaften und sonstigen betroffenen Kreisen geführt. In zwei Expertenanhörungen im BMWi und im Ausschuss für Wirtschaft und Energie hatten die betroffenen Interessenvertreter Gelegenheit, ihre Sichtweise dazulegen.

[28.10.2019]