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01.02.2021, 10:25 Uhr
 
Gemeinsame Strategie gegen die zunehmende Einsamkeit in der Corona-Krise - den sozialen Zusammenhalt jetzt stärken!

Mein Kollege MARCUS WEINBERG MdB, Familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, schreibt in seinem Brief vom 28. Januar 2021 an unsere Bundeskanzlerin:

„Wir erleben derzeit eine extrem belastende Situation für viele Menschen in unserer Gesellschaft. Die notwendigen und richtigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie führen zu einem fast vollständigen erliegen familiärer und sozialer Kontakte und Aktivitäten. Insbesondere ältere, alleinlebende Menschen sind verunsichert und trauen sich kaum aus dem Haus. Manche gehen nicht mehr zum Arzt, sprechen niemanden mehr an. Soziale Verbände oder Initiativen und auch Vertreter, die die Tafeln betreuen, berichten, dass die Älteren aus Angst nicht mehr kommen. Sie werden mittlerweile punktuell mit Lebensmittelkisten beliefert. Die Generation, der wir so viel verdanken, leidet oft still. Viele leben allein und viele sterben allein. Aber auch junge Erwachsene sind zunehmend von Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit betroffen. Für alle Generationen ist die aktuelle Situation schwer auszuhalten. Dieses hat sowohl psychische als auch physische Folgen für die Betroffenen. Zu den Folgen gehören unter anderem eine deutliche Zunahme von Depressionen aber auch eine schleichende politische Radikalisierung. Dieses gefährdet den sozialen und politischen Zusammenhalt. Die mittel- und längerfristigen Folgen werden noch über Jahre spürbar sein. Es braucht einen gemeinsamen „Aufschrei“ unserer Gemeinschaft.

Wir müssen jetzt aktiv werden, diese Menschen aus ihrer Isolation holen und ihnen das Gefühl geben, weiterhin ein Teil der Gesellschaft zu sein. Wir brauchen die Umsetzung von kreativen Ideen, mit denen diese Menschen auch von zu Hause aus in soziale Interaktion treten können. Dabei müssen wir berücksichtigen, dass gerade in der höheren Altersgruppe nicht alle Menschen mit einem digitalen Endgerät ausgestattet sind. Kurze Besuche an der Haustür mit Abstand und medizinischer Maske, Telefonanrufe oder kurze Spaziergänge können ein Teil der Lösung sein. Wir müssen insbesondere die erreichen, die allein wohnen oder sonst keine Ansprechpartner haben. Für diese Aufgabe sind wir auf die verschiedenen gesellschaftlichen Akteure angewiesen.

Deshalb bitte ich Sie, einen Gipfel mit den zuständigen Vertretern der zivilgesellschaftlichen Organisationen und Verbände wie zum Beispiel DRK, Caritas, Malteser und Diakonie, aber vor allem auch kleineren, lokalen Initiativen und solchen, die sich ausschließlich und gezielt um vereinsamte Seniorinnen und Senioren kümmern, einzuberufen. Es wäre ein gutes Signal für die Engagierten, wenn ihre Erfahrungen angehört würden und sie sich über Projekte und gemeinsame Konzepte gegen die zunehmende Einsamkeit in der Corona-Krise mit Ihnen austauschen könnten. Ich bin sicher, dass durch diesen Gipfel die Arbeit der Akteure und Nachbarschaften noch einmal gestärkt werden kann. Ich habe in den vergangenen Wochen viele Gespräche mit verschiedenen Trägern geführt und biete Ihnen gerne an, entsprechende Gesprächspartner für ein solches Treffen zu empfehlen und bei der Vorbereitung des Termins zu unterstützen.

Die Ministerpräsidentenkonferenz und die Bundesregierung sollten sich dieses Themas annehmen, damit wir diese Menschen langfristig nicht verlieren.“

Dem kann ich mich voll und ganz anschließen.

[01.02.2021]